Retrospektive

Der vergangene Dezember war ein wundervoller Monat. Eigentlich wäre es besser – und träfe den Kern auch eher -, vom Advent zu sprechen. Also, die vergangene Adventszeit war sehr schön. Ich möchte Euch noch einmal mitnehmen in letzten Wochen des alten Jahres. Dieses Schwelgen in Erinnerungen dient vor allem einem Zweck: zu sehen, wie gut wir es haben, wie vielfältig unser Gemeindeleben ist und darüber dankbar zu werden.

Am ersten Advent trafen wir uns am Nachmittag zu einem Adventskaffeetrinken. Wir aßen leckere Plätzchen und guten Kuchen, wir tranken Kaffee und Tee, wir sangen Lieder und hörten Geschichten und Gedichte. Ein rundum gelungener Nachmittag war das. Vielen Dank noch einmal an die vielen Helfer, die das möglich machten.

Eine Woche später, am zweiten Advent, feierten wir gemeinsam mit Friedehorst im großen Friedehorster Saal Gottesdienst. Unser Chor sang, dass es eine Freude war. Für mich, die diesen gemeinsamen Gottesdienst nun zum zweiten Mal erlebte, war es ganz besonders schön. Zum einen die andere Art Gottesdienst zu feiern – unsere Gottesdienste unterscheiden sich schon deutlich von denen in Friedehorst. Dies empfinde ich als sehr anregend und bereichernd und es erfüllt mich mit großer Freude, dass es diese Tradition gibt. Das zweite, für mich besondere, ist die Chance, mit anderen Christen ins Gespräch zu kommen und Menschen zu begegnen, deren Leben notwendigerweise anders gestaltet ist als mein eigenes.

Am vierten Advent gestalteten die Kinder und Mitarbeiter des Kindergottesdienstes den Gottesdienst und nahmen uns in das Weihnachtsgeschehen mit. Weihnachten heute und Weihnachten vor zweitausend Jahren – die Kinder zeigten uns, dass das, was damals geschah auch heute noch von Bedeutung und mehr als eine nette Geschichte ist. Auch hier noch einmal vielen Dank für die umfangreiche Vorbereitung.

Die Wochen vor Weihnachten waren voller Ereignisse und Events, das ist wohl war. Aber jedes war dazu geeignet, uns auf den Heiligen Abend und die Festtage einzustimmen. Gott wurde Mensch – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben – schreibt der Evangelist Johannes. Das ist Liebe und das ist Grund, fröhlich zu sein und die Zeit der Erwartung zu genießen. Das taten wir, wie gut das tat.

Anja Bär

Zweierschaften

leben glauben leben – im Gebet

Seit geraumer Zeit – vermutlich sogar schon immer – hört man[1] die Forderung: „Wir müssen mehr beten“. Doch ist mehr beten die richtige Lösung? Mehr beten, was heißt das überhaupt? Kann es beim Gebet wirklich um Quantität gehen? Ist nicht eher die Qualität gemeint? Wie auch immer, Gebet ist wichtig, eigentlich der wichtigste Ausdruck unserer Gottesbeziehung, wenn es um den Innenbereich unseres Lebens geht. Wenn man der Bibel Glauben schenkt, liegt auf dem Gebet zu zweit oder zu dritt sogar ein besonderer Segen. Denn Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Jesus sagt also seine Gegenwart zu, wenn wir uns zum Gebet versammeln.

Nun ist es schwierig, Gebetsgruppen zu organisieren. Zumal wir in unserem Alltag so vollgestopft sind mit Dingen, die uns Zeit rauben, mit Arbeit, die uns die Kraft nimmt, mit Aufgaben, die erledigt werden müssen, dass das Gebet häufig nur noch ein Stoßseufzer, ein „Herr hilf!“ ist. Das ist auch nicht schlimm, im Gegenteil, es ist gut, gerade in bedrängten Zeiten zu Gott zu rufen – und wenn es nur ein Stoßseufzer ist. Doch reicht es auf Dauer nicht aus. Das Gebet in Gemeinschaft ist sehr wichtig, steht es doch unter besonderer Zusage. Darum möchte ich an dieser Stelle eine Art des gemeinsamen Gebets vorstellen, die sich trotz der oben beschriebenen Problematik gut in den Alltag einbauen lässt – die Zweierschaft.

Eine Zweierschaft besteht, wie der Name schon andeutet, aus zwei Personen. Diese treffen sich regelmäßig, um miteinander und füreinander und auch für andere Menschen, für Probleme in der näheren und ferneren Umgebung, in der Welt und der Politik u.ä. zu beten. Sie geben einander auch Anteil am eigenen Leben und Ergehen und bauen so eine vertrauensvolle Beziehung zueinander auf. Die Vorteile einer Zweierschaft bestehen in ihrer Größe (zwei Menschen finden eher einen Weg sich zu treffen als mehrere), ihrer Verbindlichkeit (man vereinbart einen festen Termin, den man in der Regel auch einhält) und in ihrer Offenheit (wenn zwei Menschen miteinander beten, entsteht zwangsläufig eine Offenheit zueinander). Der größte Vorteil besteht aber darin, dass gebetet wird und Gebet ist die Grundlage der Beziehung zu Gott, unserem himmlischen Vater.

Ich möchte Euch ermutigen, Euch jemanden zu suchen, mit dem ihr beten könnt und wollt. Dabei gilt die Regel: Frauen suchen sich Frauen und Männer suchen sich Männer. Der Grund für die Regel liegt meines Erachtens auf der Hand. Andernfalls fragt mich, ich erkläre ihn gern.

Ich wünsche mir, dass viele Zweier- oder auch Dreierschaften in unserer Gemeinde entstehen, denn Gebet verändert – mich und die Welt!

Anja Bär


[1] „man“ schließt hier jede/n ein, die/der mit anderen schon mal über das Gebet und seine Bedeutung gesprochen hat.

Jahresthema – leben glauben leben

Wozu brauchen wir ein Jahresthema und was machen wir damit?

Das vergangene Jahr war für uns das „Jahr der Stille“. Wir wollten bewusster Gott begegnen und dafür Räume und Möglichkeiten schaffen. Das ist mal mehr und mal weniger gelungen. Wir feierten Gottesdienste dazu, die Gemeindefreizeit stand unter dem Motto und ein Einkehrtag schloss den Reigen ab. Eines wurde deutlich, es ist gut, sich ein Jahr lang mit einem Thema etwas intensiver zu beschäftigen. Darum haben wir uns auch für 2011 ein Thema gestellt: leben glauben leben.

LEBEN GLAUBEN LEBEN

Wir sind Menschen, die an Jesus Christus glauben. Wir wollen diesen Glauben leben und in unserem Leben unseren Glauben bezeugen und gestalten. Darum dieses Thema und darum auch der Hinweis auf verschiedene Initiativen in diesem Gemeindebrief. Sie haben direkt mit unserem Glauben zu tun, denn sowohl die „Initiative Hoffnung“ als auch „ServeTheCity-Bremen“ sind Angebote, in denen unser Glaube dienende Gestalt bekommt. Im Laufe des Jahres soll es auch zwei Einkehrtage geben, die dazu dienen, sich zu erholen, zu Ruhe zu kommen, die Nähe Gottes aktiv zu suchen. Zum Jahresthema leben glauben leben gehört aber noch mehr. Zum Beispiel „du spinnst doch Abende“, „was ist eigentlich? – Nachmittage“, Gemeindeausflüge, Sommerfeste und vieles mehr. Ich bin gespannt, wie wir unser Jahresthema mit Leben füllen und unseren Glauben stärken um ihn dann auch zu leben.

Anja Bär

Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung. „Angedacht“ zum Monatsspruch März

Es gibt Zeiten, in denen scheint alles zu gelingen. Man hat Kraft ohne Ende, sprüht nur so vor Energie, hat Hoffnung für zehn und kann durch nichts erschüttert werden. Und es gibt andere Zeiten. In denen schleppt man sich durch den Tag, der zu früh anfängt und kein Ende zu finden scheint. Aufgaben, die sonst mit links erfüllbar sind, scheinen plötzlich groß wie der Mount Everest, Menschen mit überschäumender Energie wirken bedrohlich und jeder noch so kleine Windhauch wirkt wie ein mittelgroßer bis schwerer Orkan.

Zugegeben, die Darstellung ist etwas überzeichnet. Und doch liegt viel Wahrheit darin. Nicht umsonst reden immer mehr Menschen vom Burnout, von der totalen Erschöpfung. Nicht umsonst boomt die Wellnessbranche. Nicht umsonst sind immer mehr Menschen in unserer westlichen Welt auf der Suche nach dem, was wirklich Halt und Hoffnung gibt.

Die Seele hinkt hinterher, angesichts der rasanten Entwicklungen und des Überangebots der Möglichkeiten. Ruhe findet mensch nur noch selten, echte Ruhe scheint ein Fremdwort zu sein. Oft regiert die Angst, etwas zu verpassen, die falsche Entscheidung getroffen zu haben, zu wenig Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu haben. Und dieses Gefühl hat erst einmal Recht. Doch wo kommt es her und wie kann es sich verändern?

Der Psalmist schreibt: Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung. (Ps 62,6)

Hier wird ein Zusammenhang beschrieben. Hoffnung und Seelenfrieden oder Ruhe hängen zusammen. Ein Mensch ohne Hoffnung findet keinen Frieden. Das erschließt sich mir, das finde ich schlüssig. Nicht umsonst hört man immer wieder, gerade in schwierigen Situationen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Über den Sinn oder Unsinn dieses Sprichwortes zu debattieren ist an dieser Stelle unnötig. Doch spricht hieraus doch eine Sehnsucht, die Sehnsucht, dass es immer noch etwas zu hoffen gibt.

Der Psalmbeter weiß, echte Hoffnung kann nur Gott geben. Echte Zuversicht, eine gute Zukunftsaussicht kommt nicht von Menschen, sie kommt vom Schöpfer des Himmels und der Erde, von dem, der sich nicht zu schade war, ein Mensch zu werden, damit wir echte Hoffnung haben können. Hoffnung worauf?

Hoffnung auf Leben, auf Zukunft, auf Frieden, auf Ruhe. Hoffnung auf eine neue, eine bessere Welt. Das ist naiv? Vielleicht. Aber auch der Glaube ist nicht logisch. Darum möchte ich lieber naiv sein und hoffen, denn diese Hoffnung kommt von Gott. Und diese Hoffnung macht meine Seele ruhig, lässt mich gelassener werden und nicht aufgeben, wenn die Berge groß und die Kraft mal wieder so klein ist.

Anja Bär

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem

Römer 12,21
Die Jahreslosung 2011 ist dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinden in Rom entnommen. Es handelt sich hierbei sowohl um eine Ermutigung als auch eine Ermahnung. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Das Ermutigende daran ist die Aussage: das Böse ist zu überwinden. Es muss dich weder knechten noch dein Leben versauern. Das Böse lässt sich durch das Gute überwinden.
Doch was ist das Böse überhaupt? Ist damit nur das Entsetzliche gemeint, die Lebenskatastrophe, die Verfolgung, Verleumdung, das Wirken anderer, das mir mein Leben erschwert? Und was ist das Gute? Sind es die Taten eines Samariters, einer Mutter Theresa oder eines Johannes Paul XIII.?
Und das ist die Ermahnung, denn das Böse ist viel mehr und zugleich viel weniger als das oben Genannte. Das Böse sind die vielen kleinen Details in meinem Leben, die die Atmosphäre vergiften, mir die Freude am Leben nehmen, den Umgang mit anderen Menschen erschweren. Die überzogenen Erwartungen ebenso wie die Unfähigkeit über Enttäuschungen zu sprechen. Das Böse ist das, was ich unterlasse wenn es darum geht, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein. Das Böse ist das Wegsehen, ignorant oder einfach nur desinteressiert sein.
Das Gute ist ebenso viel mehr und viel weniger zugleich als das oben Genannte. Das Gute ist die Entscheidung, nicht in das gleiche Horn wie die Masse zu stoßen. Das Gute tun kann auch heißen, auf mein Recht zu verzichten. Das Gute ist dann getan, wenn ich es geschafft habe, meinen eigenen Schatten zu überspringen und auf den zuzugehen, der mich verletzt hat, der mir „quer im Magen liegt“. Es ist nicht leicht, das gebe ich gern zu, aber es ist gut.
Der Apostel Paulus erklärt im letzten Abschnitt des Briefes an die Römer, wie ein Leben aussieht, das sich an Jesus Christus orientiert und dem Willen Gottes folgt. In den Versen, die Vers 12 vorangehen, stellt er sehr praktisch dar, wie unser Leben als Christen aussehen soll:
Segnet, die euch verfolgen, ahndet nicht Böses mit Bösem, haltet mit allen Menschen Frieden, übt keine Vergeltung, speist eure Feinde und stillt ihren Durst.
Wurdet ihr auch an die Bergpredigt aus dem Matthäusevangelium erinnert? Es ist offenbar nicht des Apostels eigene Idee, solche hohen Maßstäbe an ein Leben in der Nachfolge Christi zu legen. Doch liegt die Latte nicht etwas hoch? Wer kann so leben, wer sich immer zurück nehmen, für die beten, die ihm Böses wollen, denen, die ihn schlugen auch noch die andere Wange hinhalten?
Wir müssen das nicht allein schaffen. Das ist doch sehr befreiend oder? Zum Einen leben wir in einer Glaubensgemeinschaft, die einander Stärkung geben kann. Wir sind Gemeinde des lebendigen Gottes, gehören zusammen und dort wo wir einmütig vor Gott treten und in der Welt wirken, können wir die Welt im Sinne des Evangeliums verändern. Zum Anderen, und ich denke Wichtigeren, sind wir Kinder Gottes und können uns auf seine Zusage verlassen, dass er bei uns sein wird bis ans Ende der Welt. Wir müssen die Herausforderung nicht allein angehen. Aber wir müssen sie angehen. Wir sind mit der Jahreslosung aufgefordert, die Hände aus dem Schoß zu nehmen, aktiv Gutes zu tun und damit das Böse in der Welt zu überwinden. Wie genau das aussieht, ist der Kreativität und Begabung des Einzelnen überlassen. Fang einfach an, entscheide dich, nicht zurückzuschlagen – ob verbal oder tatsächlich. Sei ein Friedensstifter und überwinde so das Böse mit Gutem.

Anja Bär

GuKis on Tour

Vom 11. bis 14. Oktober waren unsere GuKis, so nennen sich unsere den Gemeindeunterricht besuchenden Kinder, unterwegs zu einer Freizeit in Bad Oyenhausen.

Ihr Arbeitsthema war die Schöpfung, die sie versuchten, mit allen Sinnen zu begreifen. Mit viel Spaß und Elan waren alle bei der Sache. Sie bewegten sich drinnen und draußen, am Wasser, auf der Erde und in der Luft (8 m über dem Erdboden ist schon recht hoch) und lernten eigenes Vertrauen, gegenseitiges Vertrauen und Gottvertrauen.

Schön war es, dass wir als Gemeinde am Sonntag davon profitieren konnten, indem die Kinder den Gottesdienst unter das Thema Schöpfung stellten und ihn mitgestalteten. Auch die Fotos nahmen uns mit hinein und zeigten ein Stück vom Spaß und der gewachsenen Gemeinschaft miteinander. Natürlich waren die Kinder nicht allein unterwegs; sie wurden betreut und angeleitet von Anja Bär und Sibylle Pegel. Vielen Dank euch beiden, dass ihr euch die Zeit genommen habt, um unsere GuKis damit zu beschenken.

Ruth Lange

Gottesdienst – eine Definition der GuKis

orientiert an der Bibel (Apg. 2,41-47; 1. Kor. 14 , 26-40; Kol. 3, 12-17)
Gottesdienst ist eine Feier für Gott. Wir loben Gott und preisen ihn. Wir danken ihm für das, was er erschaffen hat. Wir feiern zusammen Abendmahl und beten gemeinsam für uns und unsere Mitmenschen. Jeder trägt etwas zum Gottesdienst bei: z.B. Beten, Predigt, Chor/ Gesang, Musik oder Liturgie. Wir leben alle in friedlicher Gemeinschaft miteinander und loben Gott.
Die Gukis (Gemeindeunterrichts-Kinder)

Lebensraum Gemeinde

ein Bericht der GuKis über den Gemeindeunterricht
Die zweite Einheit des Gemeindeunterrichtes hieß „Lebensraum Gemeinde“. Wir haben darüber nachgedacht und geredet, wie Gemeinde entsteht und was Gemeinde ausmacht. Ein wichtiger Teil von Gemeinde ist der Gottesdienst. In der Bibel haben wir nachgeforscht, was Gottesdienst ist und eine Definition dazu geschrieben. Außerdem hat unsere Gruppe zwei Gottesdienste mal etwas genauer angeguckt und sie bewertet. Aus der Erinnerung heraus haben wir den Gemeindesaal gezeichnet und hinterher geprüft, wie gut unsere Erinnerung war. Probiert es doch auch einmal!
Alles in allem haben wir die Gemeinde und den Gottesdienst sehr genau analysiert und festgestellt, dass jedes Gemeindeglied wichtig ist und jeder eine Aufgabe hat.
Die GuKis

Einkehrtag

Am Samstag, den 13. November von 10 bis 16 Uhr hat unter der Leitung von Anja Bär ein Einkehrtag in unserer Gemeinde stattgefunden.
An diesem Tag wollten zehn Frauen in sich gehen, um Impulse für das eigene Leben und Kraft für den Alltag und für die Gemeinde zu empfangen oder um einfach zur Ruhe zu kommen.

Wie muss man sich das vorstellen?
Im ganzen Haus verteilt gab es zehn Ecken, die unterschiedlich gestaltet waren mit Tüchern, Bibeln, Texten, Steinen, Skulpturen und Kerzen als Anregung für einen Dialog mit Gott. Auch der Gemeindegarten stand zur Verfügung. Mit einem Gebet und einem Loblied haben wir angefangen und sind dann schweigend zu den verschiedenen Ecken gegangen.

Ich habe mich zuerst in den Raum mit dem Kreuz zurückgezogen, weil es für mich wichtig war, mich zu Beginn dieses Tages unter das Kreuz zu stellen. Um zur Ruhe zu kommen, habe ich die Worte „Jesus Christus, Gottes Sohn“ mehrmals gesprochen (ein Vorschlag Anja Bärs). Ich habe die Bibel, die auf dem Tisch vor dem Kreuz lag, wahllos aufgeschlagen und für mich die richtigen Verse gefunden. So habe ich den ganzen Vormittag in diesem Raum verbracht und erfahren, dass Stille aufdeckt, was in mir ist.

Um 13 Uhr fand das gemeinsame Mittagessen statt – schweigend.
Danach war wieder genug Zeit, die persönliche Meditation, in welcher Form auch immer, fortzuführen. Der Einkehrtag wurde mit einem Gebet und einem Lied beendet und dem gemeinsamen Wunsch, auf diesen Tag weitere Einkehrtage folgen zu lassen.

„Du hast uns auf dich hin geschaffen, o Herr,
und unser Herz ist ruhelos,
bis es Ruhe findet in dir.“
Augustinus

Annick Schwenke

Der Mann im jüdischen Glauben

Darüber wollten wir etwas hören von der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Bremen, Elvira Noa. Es gibt zwar eine weibliche Vorsitzende, aber auch noch ein stark patriarchalisch geprägtes Denken in dieser orthodoxen Gemeinde. Männer und Frauen sitzen getrennt. Die heiligen Handlungen werden ausschließlich von Männern ausgeführt. Neben dem Männerbild interessierte uns natürlich die historische Entwicklung vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum heutigen Tag. Nach einem Rundgang durch die Synagoge lud uns Frau Noa zur Fortsetzung des Dialogs auch mit Frauen ein.