Frauenfrühstückstreffen am 27. März – eine Erinnerung

Etwa 80 Frauen kamen in unser Gemeindehaus und genossen zunächst ein köstliches Frühstück zubereitet von Regine Suerken-Kompa an frühlingshaft gedeckten Tischen. Eine Freude für Augen und Gaumen. Anschließend wurden in fröhlicher Stimmung Frühlingslieder gesungen, die Hildegard Credo auf dem Klavier begleitete. Danach folgte das interessante, locker vorgetragene Referat von Marianne Ekelmann zum Thema:

Der Sprachlosigkeit ein Schnippchen schlagen – schlagfertig reagieren.

Dabei ging es nicht um Schlagfertigkeit, die den anderen verletzt, sondern um einfühlsame, gewaltfreie Kommunikation. Man bekam Hinweise, wie man der Sprachlosigkeit entgeht und angemessen und besonnen in kritischen Situationen reagieren kann.

Ein erfrischender Vortrag, in dem auch gelacht werden durfte!

Lisel Onken

Blumen auf dem Abendmahltisch – Dank und Anregung

Ein Jahrzehnt lang haben Gaby und Uwe Hoffmann mit viel Engagement und Geschick den Abendmahltisch geschmückt. Es sah – und sieht – immer wieder toll aus, und wir danken euch für alle Mühe, durch die wir diese „Sinnesfreuden“ genießen durften.

Nun habe ich diese Aufgabe übernommen – und neue Besen kehren bekanntlich auch aus…

Deshalb wollen wir uns gemeinsam an einige Veränderungen wagen. In Zukunft wird im Foyer eine Liste aushängen, in der jeder sich eintragen kann, der den Altartisch gestalten möchte. Dabei geht es nicht in erster Linie um Ästhetik, sondern um persönliches Gestalten. Ein selbstgepflückter Wiesenblumenstrauß oder ein Kräuterstrauch ist genauso willkommen wie ein einzelner Zweig – auch ein Stein, eine Muschel oder ein Stück aus dem eigenen Haushalt ist gern gesehen. Nach Absprache mit dem Liturgen seid ihr herzlich eingeladen, den gezeigten Schatz auch zu erklären, z. B. wenn ihr mit dem Ausstellungsstück einen Dank an Gott, eine Erinnerung oder Fürbitte verbinden möchtet. Dazu laden wir alle ein – Groß und Klein, Alt und Jung. Auch eine selbstgebaute Lego Landschaft, eine Playmobil Szene, ein gemaltes Bild oder eine Bastelarbeit können den Gottesdienst bereichern. Wagt es einfach und probiert euch als Gestalterlnnen aus!

Auf diese Weise kann sich jeder am Gottesdienst beteiligen – und wir lernen neue Künstler kennen.

Umgekehrt lade ich auch ein, „Mut zur Lücke“ zu haben. Wenn es an einem Sonntag mal keinen Schmuck gibt, lenkt auch nichts von der Bibel ab, deren Inhalt ja für unser Leben das Wesentliche enthält. Es kann aus verschiedenen Gründen passieren, dass außer Bibel und Kerze der Tisch leer bleibt – und Raum für eigene Ideen lässt.

Nun bin ich sehr gespannt auf eure Reaktionen und freue mich auf eure Mitarbeit, Experimente und mehr!

Uta Hildebrand

Feste feiern


Gemeindegeburtstag, Tauffest und Pfingsten!!! Wenn das nicht Anlass genug war, ordentlich zu feiern – was dann???

Am Samstagabend schauten wir als Gemeinde zurück auf 65 bewegte Jahre. Es gab Fotos, Döntjes, Filme und viel, viel Grund zum Lachen und zum Staunen! Da lebten Musiktalente wieder auf, es gab eine spontane Chor-Neu-Alt-Session, man wunderte sich über Frisuren und Moden… Begleitet von einem wunderbaren Buffet war es ein wunderbarer Abend.

Am Sonntagmorgen füllte sich die Kirche früher als gewohnt, es gab Kaffe und Frühstück.

Als um halb elf der Gottesdienst begann, war jeder Platz besetzt und nicht nur die Täuflinge waren kribbelig aufgeregt. Der Gottesdienst war geprägt von Freude, Lachen und gemeinsamem Lob an Gott. Es war wirklich Pfingsten geworden, der Geist Gottes war deutlich zu spüren. Den Höhepunkt bildete dann die Taufe von Konny und Flo, die so in die Gemeindefamilie aufgenommen wurden. Ein Fest voller Gesang, Lachen und Freude!

Nach dem Gottesdienst lockte die Sonne die Festgesellschaft in den Garten, wo auch das Mittagessen gereicht wurde. Es gab viele Beiträge, Grußworte und Musikeinlagen von alten Bekannten, Kinder tobten, Erinnerungen wurden ausgetauscht und manchmal wunderte man sich, wen man alles gar nicht oder trotzdem wieder erkannt…

Ein einladendes Kuchenbuffet und Kaffee rundeten den Nachmittag ab, und als eigentlich schon längst offiziell Schluss war, saßen noch viele im Garten und genossen die Sonne, die Stimmung, die Musik und die Begegnung.

Wir schauen zurück auf ein tolles Fest!

Das machen wir wieder, oder????

Anja Dohmeyer

65 Jahre und kein bisschen leise

Jeder, der das Pfingstwochenende mit Nostalgieabend, Tauffest und Tag der offenen Tür miterlebt hat, wird bestätigen können – leise sind die Lesumer wirklich nicht.

Es war ein wunderschönes Fest und ich bin Gott über die Maßen dankbar, dass so Viele aus unserer Gemeinde sich daran beteiligt haben. Immerhin haben zweiunddreißig Menschen mit viel Hingabe dafür gesorgt, dass sich alle wohlfühlen konnten, dass niemand hungern musste, dass wir gute Musik hören, tolle Unterhaltung genießen und sehr innige Gemeinschaft miteinander haben konnten. Und bei diesen Zweiunddreißig sind weder Chorsänger, noch Fingerfoodbereiter und auch keine Kuchenbäcker eingerechnet. Euch allen natürlich auch ein herzliches Dankeschön!

Wenn wir zurückblicken, und das haben wir ja ausgiebig getan, können wir feststellen, dass in unserer Gemeinde schon immer das Miteinander ganz oben stand. Miteinander arbeiten, feiern, leiden, füreinander da sein – alles Fähigkeiten der Lesumer Baptisten, die sich in den 65 Jahren seit Gründung nur verstärkt haben.

Ich bin Gott sehr dankbar, dass er hier Gemeinde entstehen und wachsen ließ.

Und nun ist das große Fest vorbei. Wir befinden uns im Jahr der Stille, in einem Jahr, in dem wir nicht die Hände in den Schoß legen wollten, sondern Gott fragen, wo unser Weg – oder sein Weg mit uns – hinführt.

Lasst uns also die 65 Jahre rückblickend genießen und dann vorausschauend beten und Gott um seine Wegweisung bitten. Ich bin mir sicher, dass er uns antworten wird, wenn wir ihn fragen.

Anja Bär

Wir feiern im Garten

ja, schön war’s

Einblicke

v.l.: Joachim Gräßler (Pastor der Auferstehungskirche 1955-63), Anja Bär, Ulrich Haß (Pastor der Auferstehungskirche 1963-67)

Meine erste Taufe

Zwanzig Jahre ist es her, dass ich selbst getauft wurde. Ich kann mich noch gut an die Aufregung davor erinnern. Würde alles klappen? Würde ich wirklich ganz untertauchen und auch wieder hoch kommen? „Steif wie ein Brett musst du sein“ so lautete die Anweisung meines Pastors. „Gut, steif wie ein Brett, mach ich“ – hoffte ich.

Und nun war ich selbst die Taufende. Ähnliche Fragen bewegten mich im Vorfeld. Würde alles gut gehen? Was ist, wenn ich meinen Text vergesse, wenn ich die Täuflinge nicht richtig anfasse. Was ist, wenn das Taufbecken zu klein, die Täuflinge zu groß sind?

Es gab Menschen, Glaubensgeschwister, die mir sagten: Fürchte dich nicht, Gott wird es segnen. Und es stimmte. Ich habe es erlebt. Gott hat den Gottesdienst und die Taufhandlung gesegnet. Es war meine erste Taufe, in der ich als Taufende tätig war. Und es war das Schönste, was ich je erlebt habe (vielleicht die Geburten meiner Töchter ausgenommen).

„Was sollen wir nun hierzu sagen?“ so fragte der Apostel Paulus in mehreren seiner Briefe. Was sollen wir nun hierzu sagen? Es ist großartig, wenn Menschen ihr Leben mit Christus gehen und es ist grandios, wenn sie das öffentlich bekennen. Ich bin zutiefst bewegt und begeistert, weil wir einen Gott haben, der Menschen auch heute noch in seine Nachfolge ruft und weil wir diese Menschen dann auf ihr Bekenntnis an Jesus Christus taufen dürfen.

„Willst du wieder taufen?“ wurde ich hinterher gefragt. Klar, immer wieder und am liebsten am kommenden Sonntag gleich noch mal.

Ich danke unserem Herrn Jesus Christus von ganzem Herzen für diese Taufe und die damit verbundene Erfahrung, dass es nichts Größeres gibt, als IHM nachzufolgen, IHM zu gehorchen und in SEINEM Namen das Evangelium, die gute Nachricht zu verkündigen.

Anja Bär

wir hören den Taufvers

welch ein Grund zur Freude

Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben. Amos 5,4

Heute glauben in Deutschland mehr Menschen an Engel oder an eine höhere Macht als an Gott, als an den Gott, der dem Menschen persönlich begegnen will und es auch kann. Warum ist es eigentlich leichter und schlüssiger an etwas Diffuses zu glauben, als an den Schöpfer der Welt?

Bischof Huber beschrieb 2007 in einem Interview die Lage der Volkskirche so: „Man will ein Gefühl der Erhabenheit, aber es soll einem nicht zu nahe kommen. Menschen wollen ein Gefühl des Behütetseins haben, aber nicht dabei gefordert sein. Sie wollen bewahrt sein, aber nicht zur Rechenschaft verpflichtet. Der Glaube soll mir etwas geben, aber möglichst nichts fordern.“ [1]

Vor ca. 2700 Jahren lebte in Israel der Prophet Amos. Es war eine Zeit der Blüte. König Jerobeam II. herrschte damals 41 Jahre über das Nordreich, in dem auch Amos tätig war. Für damalige Verhältnisse war es eine ausgesprochen friedliche Zeit mit gelegentlichen Zwischenfällen ohne größere Bedeutung. Wohlstand und Zufriedenheit werden wohl die äußeren Zeichen dieser Zeit gewesen sein. Es wurden Feste gefeiert, Jubelgesänge angestimmt. In diese Feststimmung hinein stimmt der Prophet eine Totenklage an: „Gefallen ist die Jungfrau Israel, hingestreckt liegt sie am Boden, niemand richtet sie auf! Euer eigener satter Boden wird zum Leichenbett!“. Amos war ein Prophet, der in sehr drastischer Weise den Finger in Missstände und Problemfelder legte. Er sah soziale Ungerechtigkeit, Überheblichkeit und Bereicherung auf Kosten der Armen und er sprach darüber. Er übernahm Verantwortung für das was er sah, denn es berührte ihn, ließ ihn nicht kalt.

Amos sah, was die Folge des dekadenten und überbordenden Lebenswandels seiner Landsleute sein würde: das Aus. Er prangerte ihren Lebensstil auf Kosten der Armen an, er kritisierte die dauernde Rechtsbeugung und stellte die Formen und den Stil des Gottesdienstes in Frage. Geht es um Gott, oder geht es um euch? Fragt ihr nach Gottes Willen oder steht euer eigener Wille über dem Gottes? Amos suchte nach einem Weg, seine Hörer zu erreichen, er wollte sie zur Umkehr bewegen: „Sucht mich, spricht Gott, so werdet ihr leben!“

Doch was bedeutet es, was passiert, wenn man Gott sucht, wenn man sich auf den lebendigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde einlässt und sich von ihm bewegen lässt?

Dann werden Traditionen hinterfragt, eingeschliffene Verhaltensmuster verändert, alte Bräuche wiederentdeckt, Rituale überarbeitet. Dann werden Menschen mit neuen Augen gesehen, wird Versöhnung möglich, wo vorher Grabenkämpfe an der Tagesordnung waren. Dann wird die Ungerechtigkeit beim Namen genannt und nicht länger hingenommen, dann geht es nicht mehr länger nur um mich, sondern zunehmend um dich und um uns. Und aus distanziertem Engelglaube wird nahbarer Gottesglaube.

Dann wird aus einer: „KommmirnichtzunaheGott-Einstellung“eine „Jesusberühremich-Lebenshaltung“. Und das bedeutet Leben, denn Leben bedeutet: Berührung, Veränderung, Entwicklung, Wahrnehmen, Lieben, füreinander da Sein, Verantwortung für sich und für andere übernehmen. Das ist Leben, das ist Leben nach dem Willen Gottes, und es ist sinnvolles und erfülltes Leben.

Suchet mich, spricht Gott, dann werdet ihr leben!

Anja Bär


[1] Interview in der „Zeit“ Nr. 47, 2007.

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid. Epheser 1,18

Eine der schwierigsten Fragen im neuen Testament ist für mich ohne Zweifel die Frage Jesu an den blinden Bartimäus: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“
Was willst du, dass ich für dich tun soll! Was würde ich antworten, wenn Jesus jetzt vor mir stünde und mir diese Frage stellte. Was willst du, dass ich für dich tun soll?
Ich habe mich vor einiger Zeit dieser Frage gestellt und herausgefunden, dass ich keine befriedigende Antwort finde. Es ist ja nicht so, dass Jesus eine Wunschliste anfordert. Was willst du ist die Frage nach einem Wunsch. Ein Herzenswunsch könnte damit gemeint sein. Doch weiß ich überhaupt, was mein Herz wünscht? Bin ich imstande diesen Wunsch zu formulieren? Bartimäus hatte es da leichter, dachte ich beim ersten Nachdenken. Es war schließlich offensichtlich, was er sich wünschen sollte. Ich meine, er war blind. Er konnte nur hören, riechen, tasten. Da muss man sich doch das Sehen dazu wünschen… oder?
Doch ich merkte schnell, dass das nicht stimmt. Sehen zu können hat viele Vorteile, keine Frage. Und wer jetzt, zu Beginn des Frühjahrs, bewusst durch die Natur geht, erkennt, was für ein Geschenk es ist, sehen zu können. Doch sehen zu können hat auch Schattenseiten. Sehen erfordert nämlich immer eine Reaktion. Sehen erfordert, tätig zu werden. Ich kann nicht guten Gewissens weiter gehen, wenn ich jemandem in Not begegne. Ich kann nicht meine Augen verschließen vor Ungerechtigkeit und Unbarmherzigkeit. Ich muss reagieren, Verantwortung übernehmen.
Und die Blindheit hatte Bartimäus eigentlich ein erträgliches Einkommen verschafft. Das könnte zynisch klingen, entsprach aber der Realität. Er wurde wegen seiner Behinderung von der Gesellschaft versorgt. Die Leute sorgten für ihn, indem sie ihm Almosen zukommen ließen. Sehen zu können hieße, darauf zu verzichten und fortan selbst verantwortlich für den Lebenserhalt zu sein. Eine schwierige Entscheidung. Es ist nicht überliefert, wie lange Bartimäus schon blind war und ob er jemals die überbordende Schönheit der Erde sehen konnte. Gehen wir davon aus, dass er es nicht konnte. Vielleicht haben ihm Sehende erzählt, was es alles zu sehen gibt, wie schön und bunt die Welt ist und welcher Geruch zu welcher Form gehört. Vielleicht haben sie die Sehnsucht nach dem Sehen in ihm geweckt. „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ fragt Jesus den blinden Mann. „Dass ich sehend werde“ lautet dessen Antwort.
Was für eine Bitte! Dass ich sehend werde.

Im Brief an die Gemeinde in Ephesus bekennt der Schreiber, dass er für die Gemeinde vor Gott im Gebet eintritt. Gleich am Anfang des Briefes schreibt er: „Ich denke in meinen Gebeten an euch und bete darum, dass der Gott unseres Herrn und Messias Jesus, der Vater, dem alle Ehre gehört, euch den Geist der Weisheit gibt, den Geist der Offenbarung, der dazu führt, dass ihr ihn erkennen könnt. Ich bete, dass die Augen eures Herzens erleuchtet werden, sodass ihr wissen könnt, worin die Hoffnung besteht, die in Gottes Ruf enthalten ist, und was der Reichtum seines wunderbaren Lichtglanzes beinhaltet, seines Erbes, das er denen schenkt, die zu ihm, dem heiligen Gott gehören.“
Entscheidend ist für mich die Bitte um erleuchtete Augen des Herzens. Erleuchtete Augen sind Augen, die sehen können. Die Epheser und auch wir sollen mit dem Herzen sehen. Damals galt das Herz als der Sitz des Verstandes. Mit dem Herzen entschied man, mit dem Herzen freute man sich und man litt auch mit dem Herzen. Dort liefen alle Reaktionen und Entscheidungen zusammen.
Erleuchtete Augen, ein Herz das sehen kann. Und was soll es sehen? Die Hoffnung zu der wir berufen sind. Die Hoffnung für unsere Welt, die Hoffnung für unsere Gemeinde, die Hoffnung für unsere Familien und nicht zuletzt auch die Hoffnung für uns selbst. Wir sind dazu berufen zu hoffen, die Hoffnung nicht aufzugeben. Auch wenn alles dagegen spricht, auch wenn die äußeren Umstände die Hoffnung zunichte zu machen drohen. Wir sollen, wir können hoffen, denn dazu sind wir berufen. Das ist keine Frage des Wollens, es IST so.
Bartimäus hatte eigentlich keinen Grund zu hoffen, dass sich seine Situation einmal ändern würde. Und ich bin mir sicher, dass er darüber auch nie nachdachte. Es war, wie es war. Der Status quo ist auch nicht das Schlechteste, schließlich ist er das, was Bartimäus immer schon kannte, in dem er sicher war. Als Jesus in sein Leben trat, muss sich etwas Grundlegendes verändert haben. Etwas, das ihn lehrte, zu hoffen, dass die Dinge sich ändern würden.

Wenn Jesus in das Leben von Menschen tritt verändert sich immer etwas. Und sei es der Wunsch aus dem Status quo auszubrechen, nicht mehr Andere für das eigene Leben verantwortlich zu machen. „Sei du selbst die Veränderung die du dir wünschst für diese Welt“ sagte einst Mahatma Gandhi. Übernimm Verantwortung, wage zu hoffen, sieh mit dem Herzen, denn das Herz lässt sich nicht vom Äußeren beeinflussen ist die Botschaft die dahinter steht. Das galt schon für die Gläubigen in Ephesus und es gilt auch uns.

Ich bete, dass Gott die Augen unserer Herzen erleuchtet, damit wir erkennen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind und sehen lernen wie Bartimäus.

Anja Bär

Stille vor dir, mein Vater

Das neue Jahr hat uns fest im Griff – so ist mein Eindruck. Termine über Termine häufen sich. Hier eine Sitzung, dort eine Planungsgruppe, überall ist Bewegung. Und das im Jahr der Stille.
Ist das in Ordnung, können wir so etwas zulassen, übernehmen wir uns nicht? Wollten wir nicht eigentlich weniger Aktionismus, weniger Stress?
Im Ideenheft zum Jahr der Stille habe ich folgende Zeilen gefunden:

Stille ist etwas Gutes.
Aber wir kommen nur so selten dazu.
Arbeit und Stille gehören zusammen.
Aber oft regiert nur Stress und Hektik.

Das Jahr der Stille soll ein Jahr der Begegnung mit Gott werden, weniger Aktionismus, weniger Stress. Das heißt nicht, dass wir alles, was wir bisher taten, lassen. Es heißt auch nicht, dass das Alles keinen Wert hatte oder hat. Es heißt, dass wir uns genau überlegen wollen, ob die Dinge, die wir tun, der Begegnung mit Gott dienen.
Es gibt Arbeiten, die sind nicht ohne weiteres zu beenden. Es gibt Angelegenheiten, die kann man nur unter Schmerzen aufgeben. Und es gibt Aufgaben, die wir unbedingt weiterführen müssen, weil sie uns helfen, die Balance zwischen Arbeit und Stille zu finden und zu behalten.
Gottes Lebensrhythmus ist ein ganz anderer als der unsere. Das war nicht so gedacht, hat sich aber im Laufe der Zeit so entwickelt. Als Gott die Erde schuf, machte er eins nach dem anderen, nie den zweiten Schritt vor dem ersten, „und es ward Tag und Nacht, der nächste Tag“ ehe er weiter machte. Und schließlich ruhte er.
Gott, der Allmächtige betrachtete sein Werk und befand es für sehr gut. Und er ruhte.
Diesen Rhythmus hat Gott auch in uns angelegt, als er uns als Gegenüber schuf, als sein Ebenbild.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass uns dies abhanden gekommen ist. Wann finden wir die Muße auszuruhen? „Gut Ding will Weile haben“, so ein altes Sprichwort. Wann haben wir den Mut, die Dinge nacheinander anzupacken? Und wann sehen wir das Offensichtliche, das getan werden muss und tun es dann auch?
Wir wollen es im Jahr der Stille neu lernen, wollen diesen Lebensrhythmus Gottes wiederentdecken. Aktion und Stille im Wechsel, das ist der Rhythmus Gottes. Wie können wir Stille in unseren Alltag, der von Beruf, Schule, Familie und Gemeinde geprägt ist, integrieren? Wie kann eine ganze Gemeinde still sein (ohne dabei einzuschlafen)?
Genau das zu lernen, soll uns im „Jahr der Stille“ gelingen. Ja, es gibt immer noch (zu) viel zu tun. Wir haben immer noch eine Menge Aufgaben, so dass es auf den ersten Blick erscheint, als wäre Stille undenkbar. Doch es kommt darauf an, die Balance von Stille und Aktion zu erlernen.
Es ist meine große Hoffnung, dass sich Leben verändert, wenn wir uns auf diese Herausforderung einlassen – dass wir dadurch hören, welchen Auftrag Gott für unser Leben hat. Ich bete und hoffe, dass wir als Gemeinde neue Impulse und Stärkung für die Menschen um uns herum bekommen. So viele Menschen kennen Gott, kennen Jesus nicht. Sie wissen nichts von der unglaublichen Liebe Gottes zu ihnen. Sie haben keine Ahnung, dass Jesus sie aus allen Zwängen erlöst hat. Wir müssen es ihnen sagen, und zwar so, dass sie es verstehen, ja wirklich begreifen können.
Wie das gehen soll? Fragen wir Gott und hören darauf, was er uns zu sagen hat.

„Stille vor dir, mein Vater. Neue Stille vor dir suche ich, Herr.
Stille vor dir ist Gnade. Aus der Stille vor dir schöpfe ich Kraft.
Stille vor dir will schweigen, und ich öffne mein Herz nun für dein Wort.
Stille vor dir ist Frieden. Und ich staune, o Herr, reden wirst du.
Stille vor dir, ich höre. Rühre mich an durch dein Wort.“

Am Ende dieses Jahres wollen wir uns über unsere Erfahrungen mit der Stille und dem Gebet austauschen und sehen, welchen Auftrag Gott uns persönlich und für unsere Arbeit hier in Bremen-Lesum gegeben hat. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

Anja Bär

Alles, was Atem hat, lobe Gott

Und das laut, fröhlich, mit viel Musik und Tanz!
Selbst im Jahr der Stille, oder vielleicht gerade deshalb, laden die Frauen aus Kamerun mit ihrer Gottesdienstordnung zum Weltgebetstag 2010 ein.

Kamerun gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.
Durch günstige Klimazonen und ca. 250 ethnische Gruppen auch ,,Klein Afrika“ genannt, ist es überaus fruchtbar und reich an Bodenschätzen.
Dennoch liegt die Lebenserwartung der Kameruner bei 50 Jahren, und mehr als 40% leben unterhalb der Armutsgrenze.
Durch Korruption, einen diktatorischen Staatschef und große Konzerne, die das Land ausbeuten, aber auch durch unser Verhalten haben die Kameruner kaum die Möglichkeit, für ein Existenzminimum der Familien zu sorgen. Besonders betroffen davon sind die Frauen, die mit den Erzeugnissen aus Viehhaltung und Landwirtschaft das Geld für die Schule und Dinge des Überlebens verdienen.
Trotz all dieser Probleme, die wir auch bei den Informationen ansprechen wollen, haben die Frauen des WGT Komitees einen wunderbaren, bewegenden Gottesdienst zusammengestellt.
Wir laden deshalb herzlich ein, nicht nur die Frauen, diesen Gottesdienst am Freitag, den 5. März 2010, ab 17.00 Uhr in unserer Gemeinde mitzufeiern.
Ab 15.00 Uhr gibt es die Möglichkeit bei Kaffee und Kuchen zu singen, sich auszutauschen oder mehr über Land und Leute Kameruns zu erfahren.
Da wir in diesem Jahr die gastgebende Gemeinde sind, brauchen wir viele helfende Hände.
Hier sind die wichtigen Termine:
1. Mittwoch 27.1.2010 20.00 Uhr Gemeinde Hindenburgstr. 14
2. Mittwoch 10.2.2010 20.00 Uhr Gemeinde Hindenburgstr. 14
3. Donnerstagnachmittag 4.3.2010 Generalprobe
4. Freitag 5.3.2010 ab 15.00 Uhr Kaffeetrinken + mehr
ab 17.00 Uhr Gottesdienst

Bei Rückfragen: Ulla Ratjen Tel. 0421/ 6361153

Lasst uns Gott preisen und Gottes Wort bedenken.
Lasst uns einander aus unserem Leben erzählen.
Lasst uns immer wieder neu bereit werden, überall auf der Erde als eine Gemeinschaft der Liebe und des Friedens zu leben.
Alles, was Atem hat, lobe Gott.
Ulla Ratjen

Meine Kinder in Süd Afrika

Es ist jetzt 10 Jahre her, dass ich Sinoxolo das erste Mal gesehen habe, ein unterernährtes und schmuddeliges Kind wie die meisten der Kinder, die unsere neu gegründete Vorschule im New Brighton Township überfluteten. Ihre Mutter arbeitslos, der Vater nach der Zeugung verschwunden, das Zuhause ein Bretterverschlag ohne Strom und Wasser. Eine typische „Familie“ in diesem ärmsten Township von Port Elizabeth.

Die Patenschaft für Sinoxolo hat damals meine Schwester Sabine übernommen und dem Mädchen dadurch zwei Mahlzeiten am Tag, Bildung und Fürsorge geschenkt.

2003 wurde Sinoxolo in die christliche SDA School eingeschult. „Calabash Trust“ hatte sich zu ihrer Förderung wegen des hoch motivierten und qualifizierten Personals für diese Schule entschieden

Von Anfang an war Sinoxolo fleißig und stolz darauf, eine gute Schule besuchen zu können. Ihre Mutter schrieb mir einmal wie dankbar sie sei, nicht nur für die Unterstützung ihrer Tochter, sondern auch für das Gefühl der Hoffnung, das ich ihr geschenkt habe und dem daraus resultierenden Lebensmut.

Im Dezember letzten Jahres hat Sinoxolo ihren Abschluss mit sehr guten Noten gemacht und dank meiner Schwester wird sie eine gute Highschool außerhalb des Townships besuchen. Ich möchte einen wundervollen Brief von Sinoxolo an meine Schwester mit euch teilen, der mich sehr gerührt hat:

Liebe Sabine,
ich grüße Dich im Namen Jesu und hoffe, dass es Dir gut geht. Mir und meiner Familie geht es sehr gut. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Dir noch einmal zu danken für die große finanzielle Hilfe. Danke für Deine Liebe und dass Du mich immer unterstützt hast, wenn ich Deine Hilfe brauchte.
Aber vor allem möchte ich Dir jetzt dafür danken, dass du mich zu dieser hochangesehenen Highschool schickst, die so viel Geld kostet. Ich habe mir nie vorstellen können, jemanden wie Dich zu treffen. Ich danke Gott dafür, dass er Dich in mein Leben gebracht hat. Ich verspreche Dir, sehr hart zu arbeiten und Dich niemals zu enttäuschen.
Meine Klassenlehrerin hat immer gesagt: „Erfolg kommt nur von harter Arbeit. Mögest Du erfolgreich sein in allem was Du tust.“
Ich danke Dir für die Gewissheit, dass ich nun etwas Besonderes aus meinem Leben machen kann. Du bist ein Vorbild für mich.
I love you very much
Sinoxolo

Wow, mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich das lese. Sinoxolo und ihre Mutter haben mir wieder vor Augen geführt, was das Wichtigste an meinem Patenschaftsprojekt ist. Es sind nicht die 27 Euro pro Monat Schulgeld, die wir Pateneltern schenken, sondern es sind Hoffnung, Lebensmut und die Chance auf ein besseres Leben.

Simone Kawalec

siehe auch weiterer Artikel