Totensonntag oder Ewigkeitssonntag?

Am Ende eines Kirchenjahres, das vom ersten Advent bis zum Ewigkeitssonntag dauert, blicken wir Christen traditionell zurück. Wir erinnern uns vor allem an die Menschen, die verstorben – wir sagen: heimgegangen – sind. Heimgegangen? Wohin geht ein Mensch, wenn sein Leben hier zu Ende ist?

Im Johannesevangelium, Kapitel 14 steht, dass Jesus uns Folgendes sagt:

„Lasst euch im Herzen keine Angst machen. Glaubt an Gott und glaubt auch an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht versprochen: ‚Ich gehe dorthin, um einen Platz für euch bereit zu machen.‘ Und wenn ich dorthin gegangen bin und einen Platz für euch bereit gemacht habe, werde ich wiederkommen. Dann werde ich euch zu mir holen. Denn dort, wo ich bin, sollt auch ihr sein.“ (Verse 1-3, basisbibel)

Wir glauben, dass die Menschen, die ihren Lebenslauf auf der Erde vollendet haben, nun bei Gott, dem himmlischen Vater sind. Darum sprechen wir vom „Heimgehen“, wenn ein Mensch stirbt. Es ist zugleich Trost und Hoffnung. Ungeachtet dessen löst das Heimgehen von Menschen bei uns auch Trauer aus. Wir spüren deutlich den Verlust und die Lücke, die entstanden ist.

Der Ewigkeitssonntag – auch Totensonntag genannt – ist ein Tag, an dem wir uns bewusst den Verlust vergegenwärtigen und zugleich auf die Hoffnung blicken, einander in der Ewigkeit wiederzusehen.

Auch wir hatten in diesem Jahr einen Verlust zu beklagen und erinnern uns gern an die gemeinsam erlebten Zeiten mit einem geliebten Menschen zurück. Wir wollen den Ewigkeitssonntag bewusst begehen und uns einerseits der Endlichkeit des irdischen Lebens bewusst sein und andererseits voll Staunen und Dankbarkeit das Leben in Fülle aus der Hand Gottes nehmen.

Allen einen gesegneten Ewigkeitssonntag!

Anja Bär

Übrigens: Die Formulierung „zwischen den Jahren“ meint eigentlich die Zeit zwischen dem Ewigkeitssonntag und dem ersten Advent – eine echte Zwischenzeit eben.