SommerPause?

In Psalm 73 bekennt der Beter: „Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“

Ich bleibe stets an Gott – ein Bekenntnis, das es in sich hat, vor allem jetzt, da der Sommer vor der Tür steht und mit ihm die Urlaubszeit. Was machen wir im Urlaub und wie gestalte ich in dieser Zeit mein geistliches Leben? Mache ich mal Pause von allem? Jedes Jahr stellt sich von neuem diese Frage.

Da ist zum Beispiel der Sonntag. Er ist ein besonderer Tag. In aller Regel ist er sehr entschleunigt. Die Geschäfte haben geschlossen, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren seltener, insgesamt ist weniger los. Ich könnte das als ein Angebot verstehen, diesen Tag anders als die restlichen Tage der Woche zu gestalten. Vielleicht, indem ich auch im Urlaub in einen Gottesdienst gehe. Ob in einer Kirche oder zuhause ist dabei nicht entscheidend. Ich kann mir auch gut vorstellen, mit einem Picknick in fröhlicher Runde Gott zu ehren und ihm bewusst für das Leben und seine Möglichkeiten danke zu sagen. Im Wald, am See, im Park oder an einem Fluss – es findet sich sicher ein Ort, an dem es möglich ist, inne zu halten. Einzige Voraussetzung ist die (innere) Bereitschaft, dankbar auf das zu schauen, was mein Leben ausmacht. Dabei ist es völlig unerheblich, wie die äußeren Umstände meines Lebens aussehen, es kommt darauf an, in mich hineinzuhören und Gottes „Ja“ zu mir zu verstehen. „Deine Sehnsucht ist dein Gebet“ soll Augustinus gesagt haben. Und der amerikanische Franziskaner Richard Rohr meint: „Wir können Gottes Gegenwart nicht herstellen. Vielmehr sind wir schon vollkommen in Gottes Gegenwart. Was fehlt ist das Bewusstsein.“

„Dennoch bleibe ist stets an dir…“ Das ist keine Aufgabe, sondern eine Erkenntnis. Ich bleibe an Gott, weil er an mir bleibt – auch im Sommer, auch im Urlaub.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine besonders gute und erholsame Urlaubszeit in dem wachsenden Bewusstsein, dass Gottes Gegenwart da ist, egal ob im Gottesdienst, beim Picknick, wandern oder Rad fahren.