50. Frauenfrühstück der Auferstehungskirche

Das 50. Frauenfrühstück in 20 Jahren gibt Anlass zu einem Rückblick. Zehn Jahre habe ich als Gast daran teilnehmen dürfen. Jedes Mal kam ich erfüllt zurück mit Anregungen durch die Referentin, aber auch durch die Gespräche über das jeweilige Thema am Tisch. Immer habe ich dabei das Fundament einer christlichen Gemeinde dankbar gespürt. Untrennbar verbunden mit den jetzt zweimal im Jahr stattfindenden Frühstückstreffen ist für uns alle Christa Hoefs mit ihrem Team. Sie hat die Themen und die Referenten ausgesucht und uns immer einfühlsam begleitet. Vor den geistigen Genüssen gehörten zu Beginn immer die liebevoll gestalteten Buffets, die den Körper stärkten und die Seele aufnah­mebereit machten. Frauen genießen es besonders, sich an einen gedeckten Tisch setzen zu können. Danke den vielen fleißigen Händen, die in zwei Jahrzehnten im Hintergrund gewirkt haben, wozu auch immer der schöne Tischschmuck gehörte. Auch musikalische Darbietungen erfreuten uns regelmäßig – dieses Mal spielte Christiane Marwecki am Klavier.

Die Leitung dieses Frühstücks übernahm in Vertretung Ulla Ratjen. Sie wies zunächst auf das kuriose Datum dieses Jubiläums hin: 10.11.12. Dann blickte sie humorvoll auf die reichen 20 Jahre zurück, in denen die Zahl der Teilnehmerinnen durchaus schwankte. Am 10. November reichte der Platz für etwa 100 Personen kaum aus. Zum Schluss dankte Ulla Ratjen Christa Hoefs mit herzlichen Worten und einem Blumenstrauß für ihr langjähriges Engagement.

Unser Thema in diesem Herbst war: „Das verzeih ich dir nie!“ Es ging um den Umgang mit
Verletzungen, die wir anderen – oft unbeabsichtigt – zufügen oder die uns zugefügt werden. Schuld und Vergebung sollten wir als Christen sehen und versuchen, eine Lösung zu finden. Unsere Referentin Anke Pagel verstand es, unsere Verantwortung für Schuld und Vergebung zu wecken und uns Lösungsvorschläge aufzuzeigen. Ich kann hier nur Weniges aus ihrem lebendigen Vortrag herausgreifen. Es ist mir wieder sehr klar geworden, dass wir uns selbst am meisten schaden, wenn wir nicht vergeben wollen oder können und dadurch womöglich Bitterkeit und Groll weiter in uns wachsen lassen. Auch der Hinweis auf den wunden Punkt, den wir durch Verletzungen aus der Kindheit in uns haben und der uns für bestimmte Dinge verletzbarer macht als andere, fand ich für mich ebenso hilfreich wie das Bild des Pfeils in der Wunde. Wir sollen ihn nicht dazu benutzen, um in der Wunde weiter zu rühren, sondern ihn herausziehen und die Wunde versorgen, damit sie sich schließen kann. Vergebung steht im Zentrum des christlichen Glaubens. Sie kostet oft Kraft, die über unserem menschlichen Vermögen liegt. Deswegen geht Vergebung nicht ohne Gott, und wir dürfen ihn im Gebet darum bitten.

Die Themen und damit auch die Anregungen zum Nachdenken waren jedes Mal anders. Gleich war aber immer, dass am Ende, wenn wir alle von unseren Tischen aufbrachen und es ans Aufräumen ging, Manfred Hoefs ganz selbstverständlich in der Tür stand, um zu helfen. Dass er jetzt nicht mehr dabei sein konnte, habe ich schmerzlich empfunden und dabei auch die Lücke gespürt, die er in dieser ihm so vertrauten Gemeinde hinterlassen hat.

Christiane Groscurth