Es gibt Tage, die sind wie ein Geschenk

Am 11. und 12. Februar war Pastor Edwin Brandt zum Thema „Zwischen Anpassung und Verweigerung – Auftrag und Chance der Gemeinde Jesu Christi heute“ in unserer Gemeinde zu Besuch.
Eröffnet wurde die Veranstaltung am Samstagmorgen mit liebevoll angerichtetem Kaffee und Keksen. Die Atmosphäre war fröhlich bis gespannt, und ich war es auch, denn der Ruf dieses Mannes eilt ihm ja meilenweit voraus. Er wurde von Anja Bär herzlich begrüßt, die ihn als Lehrer in Elstal erlebt hatte und somit auf einen alten Bekannten traf.
Als er begann, uns an sich und das Thema des Vormittags „Warum, wozu und für wen sind wir Gemeinde?“ heran zu führen, wusste ich, warum viele in unserer Gemeinde so begeistert von ihm sprechen.
Er nimmt die Menschen mit, lässt sie selber denken und kreativ sein, und kann doch alle Fäden zusammen führen und zu einem festen Seil verknüpfen. Er begann seine Ausführungen mit den Worten: „Ich will euch erinnern!“
Und genau das tat er dann auch. Er machte uns erneut bewusst, dass Gemeinde keine Erfindung des Menschen sondern Gottes genialer Plan war und immer noch ist. Die Gemeinde, also wir- jeder einzelne von uns – soll so leben, dass Gottes neue Welt hier und heute sichtbar wird. Das gelingt nicht dadurch, dass man altenTagen hinterher weint, sondern authentisch im Heute und Hier so lebt, dass andere Menschen Gott erkennen können, der mitten unter uns ist.
Zur Mittagszeit durften wir uns an wunderbarer Gulaschsuppe stärken, und an den Tischen gingen die Gespräche über das Gehörte lebhaft weiter. Mit Kaffee bewaffnet ging es nachmittags mit dem Thema „Wie und nach welchen Maßstäben leben wir in der Gemeinde?“ weiter. Edwin Brandt nahm das Seil wieder auf und knüpfte lebendig weiter. Viele Fragen wurden aufgeworfen und behandelt. Was für Konsequenzen ergibt unser Glaube für unser tägliches Leben? Sind unsere Prioritäten richtig gesetzt oder gibt es Dinge, die wir nur aus Tradition tun und nicht, weil sie wirklich Gottes Plan sind? Gestalten wir unsere Einstellung zu Politik und Gesellschaft richtig? Bei aufkommendem Frust erinnerte uns Edwin Brandt daran, nicht die kleinen Sonnenstrahlen zu übersehen. Manchmal sind es die kleinen Schritte, die in die richtige Richtung führen, die es ausmachen.
Diese Fragen fanden sich auch im Gottesdienst am Sonntag zu dem Thema „Eigentlich bin ich ganz anders. Ermutigung zu Alternativen“ wieder. Auch hier forderte er uns heraus mitzumischen, Glauben in unserem Leben lebendig zu machen und Zeichen zu setzen, nach innen und außen, unsere Verantwortung wahrzunehmen, die wir nicht nur für unser Leben haben, sondern auch für unsere Gesellschaft.
Ich bin froh, dieses lehrreiche Wochenende miterlebt zu haben. Es war eine wunderbare Ermutigung, es war hilfreich, sich mit den vielen Fragen auseinander zu setzen und ich habe viel über mich und Gemeinde, wie Gott sie sich wünscht, gelernt. Lasst uns leben!

Anja Dohmeyer