Geistliches Wort

Im Jahr der Stille könnte unser Tag folgendermaßen beginnen:

Ritual: Mein Weg in den Tag
Entspannen
Ausatmen – einatmen
Sich sammeln
Hinschauen auf eine Blume
Auf ein Bild – eine Kerze
Einem Wort nachsinnen
Hindenken zu Menschen
Denen ich verbunden bin
Die Augen schließen
Schweigen
Sich öffnen
Hören
Hier bin ich vor dir, o Gott
Heilende Stille
Ich atme
Ich öffne die Augen
Hier bin ich
Vor mir der Weg in den Tag
Ich bin beschenkt
Ich gehe

Liese Hoefer

Wir wissen, dass unser Leben voller Unsicherheiten ist. Wie oft grübeln wir: Was wird morgen sein? Habe ich im nächsten Monat noch Arbeit? Wird die Diagnose des Arztes meine Befürchtungen bestätigen? Was bringt das nächste Jahr? Wie wird es meinen Kindern gehen?

Wir dürfen beten:
Begleite mich, mein Gott, wenn die Wege steinig werden.
Hilf mir wieder auf, wenn ich deine Hand verloren habe.
Dein Weg ist richtig für mich. Denn du bist es Gott, der mich führt.
Dein starker Arm rettet mich heraus aus Niederlagen und Stürzen.
Du führst nicht in die Irre. Hilf mir, dich nicht aus den Augen zu verlieren.

Von Gott, unserem Herrn, versichert uns der Psalm 23: Er führet uns auf rechter Straße um seines Namens willen. Er ist der Einzige, der den ganzen Weg kennt. Er bürgt für uns mit seinem Namen. Weil seine Liebe uns alle einschließt, schützt er uns mit seinem Siegel. Er gibt im Voraus sein Versprechen, dass er alles, auch das Äußerste für uns tun will. Darum hat er uns mit dem Kreuzeszeichen versehen. Er hat uns eine neue Identität gegeben, die uns an ihn bindet. Wir sind sein Eigentum mit Entscheidungsfreiheit. Aber auch mit einem tollen Zeugenschutzprogramm.

Damit genießen wir viele Vorzüge. Einer ist die ständige Hotline im Gebet ohne Besetztzeichen. Die ist nicht zu vergleichen mit einer ständigen Verfügbarkeit Gottes. Denn bei ihm lautet die Antwort manchmal auch: Bitte warten. Wenn wir die Antwort akzeptieren, sind wir auf dem richtigen Weg.

Christa Hoefs