Erntedank

Seit dem 4. Jahrhundert feiern Christen das Erntedankfest. Es ist ein Fest, das uns daran erinnert, dass unser tägliches Brot Frucht unserer Arbeit ist und dass Gott uns mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. Als das Volk Israel in der Wüste hungert, lässt Gott – so erzählt es die Bibel im Buch Exodus – Manna vom Himmel regnen. Die Menschen sammeln es auf und werden satt. Sie sind zufrieden und dankbar. Einige jedoch können nicht genug haben. Sie wollen sicherstellen, dass sie auch morgen noch versorgt sind und sammeln mehr, als sie brauchen. Sie versuchen zu horten und das Manna verfault. Der Theologe Ulrich Duchrow nennt diese Geschichte „den klassischen Text für eine gerechte Wirtschaft“. Es gibt genug für alle. Die Bedingung dafür ist, dass niemand maßlos ist.

Erntedank bedeutet Verantwortung; Erntedank bedeutet Dankbarkeit; Erntedank bedeutet Besinnen auf das Wesentliche.
Wir wollen auch in diesem Jahr wieder Erntedank feiern. Am 3. Oktober – in diesem Jahr außerdem auch noch der zwanzigste Jahrestag der deutschen Einheit – werden wir Gott dafür danken, dass er uns mit allem versorgt was wir brauchen, um wirklich zufrieden zu sein und für die Früchte unserer Arbeit.
Damit der Erntedanktisch unseren Dank widerspiegelt, wäre es gut, wenn jeder etwas dazu beisteuert. Bringt mit, was ihr habt – aus dem Garten, vom Feld, eingekochte Marmelade, selbstgebackenes Brot, Kürbisse, Äpfel, Zucchini, Karotten, Saft – was immer euch in die Hände kommt und eure Dankbarkeit zum Ausdruck bringt, legt es auf den Erntedanktisch. Und dann wollen wir feiern, dass wir – Gott sei Dank – nicht allein sind mit unserer Arbeit, sondern dass Gott unser Tun segnet.

Anja Bär