Hast du schon mal ein Haus gebaut?

Ja, hast du? Ich noch nicht, doch nach dem letzten Sonntag weiß ich: „Trau dich ran, fang einfach an, dann wirst du sehen, was man alles so kann!“

Wir feierten ein Fest. Einen Festgottesdienst. Viele Gäste waren da, vom hohen Norden bis in den Südharz, von Ostfriesland bis Berlin – sie kamen und feierten mit uns.

Dr. Stefan Stiegler, Vorstand des Albertinen-Diakoniewerkes in Hamburg, hielt die Festpredigt zu dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 25. Wir alle haben Gaben/ Talente von Gott bekommen, mit denen wir wuchern sollen. Sie zu vergraben, wie es in dem Gleichnis geschieht, würde bedeuten, das Geschenk als solches zu ignorieren. Dr. Stiegler machte uns darauf aufmerksam, dass es nicht auf die Menge der Begabungen ankommt, sondern darauf, diese einzusetzen. Dann zeigte er uns, was wir für verquere, ja absurde Gottesbilder haben. Es gab einiges zu lachen und vieles zum Nachdenken. Und schließlich machte er deutlich, dass wir, als Gemeinde Gottes, unsere Begabungen nur zusammen eingesetzt gebrauchen können. Unsere Begabungen sind nicht für unsere Selbsterfüllung da, sondern um sie für die Menschen anzuwenden. In der Gemeinde gibt es die unterschiedlichsten Begabungen und sie zusammen machen das Leben bunt.

Grund für den Festgottesdienst am vergangenen Sonntag war meine Ordination. Es war ein toller Tag, mit einer großartigen Predigt, einer sehr festlichen Ordination, ausgesprochen vielen wunderbaren Begegnungen, schönen und nachdenkenswerten Grußworten, wunderschönen Blumen und tollen Geschenken. Und ich habe unendlich viel Grund, dankbar für diesen Tag zu sein.

Ich danke Gott, meinem Vater im Himmel, der mir den Weg bis hierher, nach Bremen-Lesum ebnete und uns als Familie herführte.

Ich danke der Gemeinde, die mir das Vertrauen entgegenbringt, dass wir gemeinsam Gemeinde Gottes bauen können.

Ich danke meiner Familie, die viel ausgehalten und zum Teil schwer an den Aufgaben mitgetragen hat, die ein Studium mit sich bringt.

Ich danke meinen Freunden, die mir immer wieder Unterstützung und Ermutigung gaben.

Nun geht es also los und ich bin sehr gespannt, was wir gemeinsam hier in Bremen-Lesum erleben werden. Was ist unsere Aufgabe, wie können wir für unsere Nachbarn relevant werden? Wo sind die Baustellen, die wir gemeinsam angehen und bearbeiten werden?

Trau dich ran, fang einfach an! Mit diesen Worten aus einem Kinderlied, wurden wir ermutigt, unseren Begabungen und Talenten entsprechend tätig zu werden. Also packen wir es an. Ich freue mich sehr auf das, was wir miteinander bewegen werden.

Anja Bär