Geistliches Wort

„Geh aus mein Herz und suche Freud“
schrieb Paul Gerhardt nach verheerender Kriegszeit und persönlichen Schicksalsschlagen, nach dem Verlust eines Kindes.
Bei der Betrachtung der erwachenden Natur fand er Freude und Trost, auch zu Lobpreis und Anbetung wie in Vers 6:

Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
Ich singe mit, wenn alles singt
und lasse, was dem Höchsten klingt
aus meinem Herzen rinnen.

Viele Menschen richteten in schwerer Bedrängnis ihren Blick auf Gott und sangen Ihm zu Ehren, wobei sie Trost, Hilfe und Geborgenheit in Gott erfuhren. So König David, wenn er zur Harfe griff und in Psalmen ausdrückte, was ihn bewegte, und am Ende zu Lobgesang fand. Auch Paulus und Silas vertrauten im Gefäng­nis auf Gott, sangen Ihm zu Ehren und erhielten Hilfe. Franz von Assisi schrieb seinen Sonnengesang im Klostergarten von San Damiano, nachdem schwere Krankheit ihn niedergeworfen hatte. Die schwarzen Sklaven Amerikas sangen sich in ihren Gospels Kummer und Leid von der Seele, richteten sich auf an den Verheißungen der Bibel auf das ewige Leben und stimmten Lobgesänge an.

Mögen auch wir in schwierigen Lebenslagen die göttliche Heilkraft in Musik und Natur erleben und mit Paul Gerhardt singen, Vers 10:
Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.

Lisel Onken